Neues Bild *Oktober 2016

Ich weiss ja nicht wie es anderen so geht, aber in dieser Jahreszeit möchte ich am Liebsten auch ein Winterfell haben. Why not. Kuschelig und versteckig.

Heute habe ich das Bild beendet: „Selbstportrait ohne Ähnlichkeit“ Ich habe es noch nicht aufgehängt und weiss von daher nicht, ob einem die Augen verfolgen (außer vielleicht in den Schlaf). Gemalt habe ich nass-in-nass mit Acrylfarben auf Leinwand (35 x 46 cm) ohne Vorzeichnung oder so.  Inspiriert wurde ich dabei von diesem alten Björk Foto

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Treffen wir uns da, wo wir uns nicht finden

Eigentlich hat der folgende Text eine andere Illustration, aber ich finde diese passt besser. Der Text ist bereits mindestens 8 Jahre alt und das Bild nur ein paar Tage. Scheinbar beschäftigt mich das Thema immernoch.

 

vorbeiwartende

Treffen wir uns da, wo wir uns nicht finden

Einigen wir uns auf morgen. Vielleicht. Ein andern mal ist besser als jetzt. Mir passt es gerade nicht. Wenn du dich jetzt umdrehst, laufe ich weg. Mein Herz stottert. Dreh dich nicht um! Denn dein Rücken fordert kein Herauskommen aus meinem Versteck. Er ist einfach nur Rücken. Keine Ansprüche. Keine Forderungen. Einfach nur da. Die andere Seite dagegen macht alles kompliziert. Knieweichspülerkonzentrat. 180° Umdrehung pro Atemzug. Gehirnwäsche im Schonungslosprogramm. Wie konnte es soweit kommen? Ich trieb in meinem sicheren Boot dahin auf der Suche nach einem Hafen. In Wirklichkeit hab ich nicht gesucht. Ich hab mich nur gesehnt. Ich malte mir aus, wie der Hafen sein würde, wie riechen, wie aussehen und wie er mich verändern könnte. Wie meine alten, mit Unrat vollgestopften Koffer abhanden kämen und ich neue, gesunde geschenkt bekäme. Wie herrlich war es im Boot. In der Ferne sah ich einige Häfen, die ich hätte ansteuern können. Aber sie lagen alle im Halbdunkel.

Sie lockten zwar, aber nicht subtil genug. Sie loderten und ihre Leuchttürme sendeten Signale, die mich ängstigten. Wie sicher war es im Boot. Habe ich gedacht. Und dann rammte mich ein anderes Boot. Dein Boot. Aus dem Hinterhalt. Deine Blicke durchlöcherten Bug und Heck. Ich wurde schiffbrüchig. Aus den Trümmern klaubte ich mir ein Floß zusammen und trieb in deiner Strömung. Unfähig den Kurs zu ändern. Wenn du dich jetzt umdrehst, ist alles aus. Lass mir noch eine Weile deine Rückenansicht. Lass uns erst noch dort treffen, wo wir uns nicht finden. Bis ich genug Mut der Verzweiflung gesammelt habe. Bis ich gesundes Gepäck habe. Nur noch eine Weile die Ruhe vor dem Sturm.